Generationenhaus mit Geschichte: Reschhof ist Denkmal des Monats Juni 2024

Foto: Eigentümer

Stuttgart/Gutach‐Siegelau – Als die junge Familie den alten Schwarzwaldhof übernahm, war einiges renovierungsbedürftig. Gemeinsam traf man Entscheidungen und stellte Weichen – und nach einer umfassenden Instandsetzung im Einklang
mit dem Denkmalschutz leben jetzt drei Generationen unter dem mächtigen Walmdach. Die Denkmalstiftung Baden‐Württemberg ernennt den Reschhof bei Gutach‐Siegelau zum Denkmal des Monats Juni. Der große Hof am Steilhang verbindet wie bei Schwarzwaldhöfen typisch – Wohnen und Wirtschaften unter einem großflächigen Dach. Er stammt aus dem Jahr 1774 und ist mit weitgehend authentisch überlieferter Innenstruktur und ‐ausstattung erhalten. Besonders das aufwendig gezimmerte Dachgestühl zeugt von der hohen Zimmermannskunst vor 250 Jahren. Um die Erhaltungspläne für den Hof umzusetzen, wurde die Viehhaltung aufgegeben. Dadurch konnten die frei gewordene Tenne und weite Bereiche unter dem neu stabilisierten und instandgesetzten Dachwerk anders genutzt werden. Hier entstand neuer, großflächiger Wohnraum. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, bestehende Konstruktionen zu erhalten und neue Ausbauten reversibel zu gestalten. Es ist dabei gelungen, sowohl den historischen Charakter des Reschhofs zu erhalten als auch modernes, generationenübergreifendes Wohnen zu ermöglichen. Die Denkmalstiftung Baden‐Württemberg hat die Arbeiten mit 90.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützt.

Denkmalstiftung Baden‐Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden‐Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 18 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.700 Vorhaben mit rund 68 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden‐Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.